Stadtratkandidatin Mazzetta
© A.Mazzetta

Schrebergarten – zu Unrecht wird dieser Begriff mit Bünzlitum gleichgesetzt. Dabei kann so eine kleine Parzelle für die Besitzer*in das kleine Glück bedeuten, eine Naturidylle pur. Gerade bei jungen Familien sind Schrebergärten darum sehr gefragt. Der Begriff „Schrebergarten“ geht auf den 1808 in Leipzig geborenen Arzt und Pädagogen Daniel Gottlob Moritz Schreber zurück. Er betrachtete die sinnvolle Freizeitbeschäftigung und das unkomplizierte und preiswerte Züchten von Gemüse als wichtige Massnahme zur Volksgesundheit. Vielerorts werden die kleinen Gärten auch als „Bünt“ oder „Pünt“ bezeichnet. In vielen Flurnamen ist diese Bezeichnung noch heute enthalten.

Nun ist es in Chur aber leider so, dass es viel zu wenig dieser Kleingärten gibt. Wartelisten von zehn Jahren sind keine Seltenheit. Eine Familie, die gerne zusammen mit ihren Kindern eine naturnahe Freizeitbeschäftigung ausüben möchte, den Kindern den Kreislauf vom Säen über das Pflegen zum Ernten anschaulich machen möchte und als „Nebeneffekt“ erst noch gesundes Gemüse produziert, verliert die Lust und die Freude am Gärtnern, wenn sie so lange Schlange stehen muss. Und die Kinder sind in dieser Wartezeit vielleicht längst der Lust an Gartenarbeit entwachsen.

Als vor einigen Jahren im Areal des ehemaligen Gaswerks in Chur viele Schrebergärten aufgehoben werden mussten, wurde dieser Mangel offensichtlich. Die Gärten mussten geräumt werden, weil im Untergrund Teerrückstände gefunden wurden. Der Boden musste ausgehoben und saniert werden. Auch einem späteren Neubau der Bürgergemeinde Chur fielen Schrebergärten zum Opfer. 90 kleine Naturidylle verschwanden, ersatzlos. Dieser Umstand macht deutlich, wie gross der Mangel an geeigneten Grundstücken für Kleingärten in Chur ist.

Ich möchte mich gerne auch diesem Thema annehmen, wenn ich am 27. September in den Stadtrat gewählt würde. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auch ein anderes, altes Anliegen wieder aufnehmen, das ich vor einigen Jahren in den Gemeinderat eingebracht habe: das Verbot von Pestiziden in den Schrebergärten. Naturverträgliche Hilfsstosse wie im Biolandbau haben sich bestens bewährt. Bis heute bestehen dafür keine Auflagen. Der Schutz des Grundwassers aber auch der Schutz der Artenvielfalt und der Bienen und anderer Insekten machen solche Auflagen zu einem Muss.

Herzlich
Ihre Anita Mazzetta