Aber auch ein anderes, wichtiges Datum in dieser letzten Woche wurde vom Virus tangiert: Am Freitag, 15. Mai hätte der grösste schweizweite Klimastreik stattfinden sollen. Mit landesweiten Demonstrationen wollte die Klimajugend wie schon im am 28. September 2019 die Bevölkerung für das Klima auf der Strasse mobilisieren und die Politik wachrütteln. Damals waren es allein in Bern gegen 100‘000 Teilnehmer*innen gewesen, die sich friedlich und farbig für das Anliegen einsetzten. Aber es kam anders. Doch die Klimajugend kam dadurch nicht zum Verstummen. Es wurde ein Alternativprogramm aufgegleist, eine Vielzahl an bunten, kreativen und friedlichen Aktionen wurde auf die Beine gestellt.

Auf dem Regierungsplatz in Chur wurde am Freitagmorgen unzählige Schilder ausgelegt, auf denen die Forderungen und die Hoffnungen zu lesen waren: „Gopfridstutz – Klimaschutz!“, „Handeln statt Hoffen“, „Nehmt jede Krise ernst!“ und „Fakten verschwinden nicht, nur weil wir sie ignorieren“, war auf den Schildern zu lesen. Die Politik wurde an ihre Grundpflicht erinnert: „Die schweizerische Eidgenossenschaft setzt sich ein für die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.“ (Artikel 2 der Bundesverfassung).

Ja, die Corona-Krise hat die Klima-Krise in den Hintergrund verdrängt. Aber die Klimajugend fragt zurecht: „Wann, wenn nicht jetzt und wer, wenn nicht wir?“ Auch bezüglich dem Klimawandel warnt die Wissenschaft schon seit Jahren. Und die Aussagen von Forscher*innen lassen sich auf einen kurzen Nenner bringen, der auch auf einem der Schilder auf dem Regierungsplatz zu lesen war: „Wandel ist möglich.“ Die Fakten dafür sind vorhanden. Die 150jährige Messreihe zeigt für die Schweiz einen mittleren Anstieg der Temperatur von 2 Grad Celsius. Wenn nicht schnell Massnahmen ergriffen werden, wird die mittlere Temperatur bis Ende dieses Jahrhunderts weltweit um 5 Grad steigen. 2 Grad – 5 Grad, das tönt nach so wenig. Was das aber bedeutet zeigt der bekannte Schweizer Klimaforscher Reto Knutti in einem Vergleich: „Fünf Grad in die andere Richtung, das hatten wir bei der letzten Eiszeit.“ Und er macht deutlich: „Wir stehen vor dramatischen Veränderungen.“

Wir alle haben es bis zu einem gewissen Grad in der Hand, mit unserem Verhalten. Und was wir auch tun können, nein müssen: der Politik auf die Füsse stehen, die unbequemen Tatsachen wieder und wieder wiederholen. Eben, an solchen Tagen wie dem letzten Freitag, dem 15. Mai. Es wird noch viele brauchen.   

Herzlich

Ihre Anita Mazzetta 

Der Klima-Aktionstag ist vorbei, doch es wird noch viele brauchen.
Anita Mazzetta, Stadtratskandidatin