Wenn wir den Wasserhahn aufdrehen, erwarten wir, dass Trinkwasser in top Qualität fliesst. Dass wir Hahnenwasser ohne Bedenken trinken können, dafür sorgen unsere Brunnenmeister. Manche von ihnen haben in letzter Zeit grosse Augen gemacht. In vielen Trinkwasserbrunnen wurden die Abbaustoffe des Pestizids Chlorothalonil nachgewiesen. Seit dieses wahrscheinlich krebserregende Pestizid anfangs Jahr vom Bund verboten wurde, suchen die Gemeinden gezielt nach Rückständen von Chlorothalonil. Die Abbaustoffe dieses Pestizids werden noch jahrelang im Grundwasser nachzuweisen sein. Viele Gemeinden im Mittelland mit intensiver Landwirtschaft finden teilweise beunruhigende Konzentrationen dieses Pflanzenschutzmittels im Trinkwasser. Viele Trinkwasserbrunnen erfüllen die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr und müssen sofort saniert werden.

Auch in Graubünden wurden belastete Trinkwasserbrunnen gefunden. Im Churer Rheintal wurden 6 kontaminierte Trinkwasserbrunnen gefunden. Gemäss Auskunft vom Kantonalen Amt für Gesundheit müssen deren 3 rasch saniert werden. Dank politischen Vorstössen sind bisher die Resultate in Domat/Ems und Chur öffentlich geworden. In Domat/Ems erreicht die Belastung gerade noch den erlaubten Grenzwert. In der Stadt Chur ist das Grundwasser einwandfrei. Es konnten keine Rückstände des Chlorothalonil im Trinkwasser gefunden werden. Die Stadtbevölkerung kann aufatmen.

Die Stadt Chur hat in der Vergangenheit gut zum Trinkwasser geschaut. Das muss auch in Zukunft so bleiben. Denn Trinkwasser kommt immer mehr unter Druck. Nicht nur Pestizide sind eine Gefahr, auch Rückstände von Medikamenten und Hormonen, die Klimaerwärmung, Bauten, die in der Gewässerschutzzone erstellt werden. Der Schutz des Trinkwassers geniesst höchste Priorität. Jegliche Kompromisse sind hier fehl am Platz. Denn sauberes Trinkwasser ist das höchste Gut, das wir haben.

Ihre Anita Mazzetta