Der Gemeinderat hat entschieden, eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Abwärme des Biomassekraftwerks in Domat-Ems in Auftrag zu geben. Zum ersten Mal setzt sich die Stadt damit ernsthaft mit diesem riesigen Energiepotential für die Stadt Chur auseinander.

Fakt ist, dass das Biomassekraftwerk das Potential hätte, einen grossen Teil der Stadt Chur mit Wärme zu versorgen. Die Abwärme wird heute aber in den Rhein abgeleitet und vernichtet. Mit einer Fernwärmeleitung könnte diese Wärme nach Chur geführt werden. Die Machbarkeitsstudie sollte aber auch prüfen, ob es noch andere technische Lösungen gibt, z.B. mit Methan oder Wasserstoff. „Der Kanton, die Gemeinden und Energieversorger müssen sich für eine sinnvolle Nutzung dieser einheimischen CO2-freien Energie sowie für die Erhaltung der Arbeitsplätze vor Ort stark machen. Nach dem Aus der Grosssägerei wäre dies sonst das zweite grosse Scheitern an diesem Standort“, sagt Anita Mazzetta, Alt Gemeinderätin und Stadtratskandidatin. Auf die Machbarkeitsstudie darf man also gespannt sein.

Kanton, Gemeinden und Energieversorger müssen sich gemeinsam für eine Fernwärmeleitung von Domat/Ems nach Chur einsetzen.
Anita Mazzetta, Stadtratskandidatin

Mit dem zweiten Auftrag wollte Gemeinderätin Anita Mazzetta eine unkomplizierte Förderaktion für die Solarenergie erreichen. Die Solarenergienutzung ist nämlich sehr tief und die Energiestadt Chur verfehlt die gesteckten Ziele. Doch die bürgerlichen Parteien wollten nichts davon wissen, weil diese Solar-Aktion etwas gekostet hätte. Mit der Überweisung des Auftrages im Sinne des Stadtrates hat der Gemeinderat aber immerhin explizit gewünscht, dass die Massnahmen für die Solarenergie, die im Energierichtplan stehen, ins Baugesetz übernommen und damit grundeigentümerverblich werden sollen. „Für die Solarenergie in Chur wäre das ein echter Fortschritt“, ist Alt Gemeinderätin und Stadtratskandidatin Anita Mazzetta überzeugt. Der neu gewählte Gemeinderat wird diese Anpassung des Baugesetzes dann hoffentlich auch gutheissen.