Alt Gemeinderätin Anita Mazzetta wollte in ihrer Interpellation zum städtischen Energiekonzept wissen, wie weit die Stadt Chur die gesteckten Energieziele erreicht sind, und welche Massnahmen der Stadtrat plant. Die Antwort des Stadtrates überzeugt sie nur teilweise. „Besonders die fehlende Klimastrategie der städtischen Pensionskasse ist mehrfach verantwortungslos: Sie gefährdet nicht nur das Klima, sie gefährdet auch die Rentensicherheit“, sagt Anita Mazzetta, Alt Gemeindertätin und Stadtratskandidatin.

Die Schweizer Pensionskassen verfehlen mit ihren fossilen Anlagen gesamthaft die Pariser Klimaziele bei weitem. Sie nehmen ihre ökonomische und ökologische Verantwortung meist nur ungenügend wahr. Die Ende 2019 zurückgetretene Gemeinderätin Anita Mazzetta wollte darum vom Stadtrat wissen, in welche Kohle-, Öl- und Gasunternehmen die PKSC investiert. Die Antwort zeigt: Die Anlagen der PKSC verursacht im Vergleich zu anderen Kassen überdurchschnittlich viele CO2-Emissionen.

Die PKSC hat die Pflicht, das Vorsorgegeld sicher und gewinnbringend anzulegen. „Die meisten grossen Finanzinstitute anerkennen, dass der Klimawandel ein massives finanzielles Risiko darstellt“, sagt Mazzetta. Nicht jedoch die PKSC. Der Stadtrat erwähnt das finanzielle Risiko der Klimaerwärmung nicht einmal, und die PKSC sieht sich nicht dazu veranlasst, eine Klimastrategie umzusetzen. 

Der Stadt- und Gemeinderat haben zwar keinen Einfluss auf die Anlagestrategie der PKSC. Sie haben aber die politische Pflicht, auf das finanzielle Risiko für die Renten der städtischen Angestellten hinzuweisen. Der Freien Liste Verda bleibt darum heute im Gemeinderat nur der Appell an die PKSC: „Dekarbonisiert das Portfolio, sichert die Renten und schützt das Klima!“, so Mazzetta. Die PKSC soll den Klimaverträglichkeitstest des BAFU und des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen machen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt wird. Auch der Schweizer Pensionskassenverband empfiehlt den Mitgliedern, daran teilzunehmen.