Für eine umwelt- und menschenfreundliche Mobilität
Der Personenverkehr wächst ungebremst weiter und belastet Mensch und Natur immer stärker. Graubünden ist ausser vom Tourismusverkehr auch vom Alpentransit-Verkehr stark betroffen. Staut sich der Verkehr auf der Autobahn, umfahren viele Autofahrer:innen den Stau und belasten Dörfer und Wohnquartiere. Das muss ein Ende haben.
Wenn eine Staumeldung eingeht, reagieren viele Autofahrer:innen und versuchen den Stau zu umfahren. Sie verlassen die Autobahn und drängen sich auf Nebenstrassen durch Dörfer und Wohnquartiere. In Graubünden wiederholt sich dies an Ferien- und Feiertagen regelmässig. Auch für Dorfbewoher:innen, für Buslinien und noch schlimmer für Fahrzeuge mit Blaulicht gibt es dann kein Durchkommen mehr. Die Dorfbewohner:innen haben darum die Nase Voll.
Forderung nach einem Stauumfahrungs-Verbot
Wenn der Verkehr auf den Nord-Süd-Transitachsen staut, sollen die betroffenen Kantone Strassenabschnitte bei Bedarf vorübergehend sperren können, um den Ausweichsverkehr zu unterbinden. Der Nationalrat stimmte dem zu, der Ständerat verhinderte jedoch diese Lösung. Kantone und Gemeinden müssen darum den Druck erhöhen.
Mit einer Anfrage im Grossen Rat fordere ich, dass Graubünden ein Stauumfahrungs-Verbot wie die Gemeinde Birsfelden/BL prüft und allenfalls auf die Bündner Verhältnisse anpasst. Mit einem automatischen Kontrollsystem werden Autonummern vor und nach dem Dorf erfasst. So können Autofahrer:innen, die den Stau umfahren, direkt gebüsst werden. Der Erfolg ist offensichtlich: die Stauumfahrungen durch Birsfelden haben seitdem stark abgenommen.
Für eine menschenfreundliche Verkehrsplanung
Dörfer und Städte wachsen und werden verdichtet. Damit wächst auch der Verkehr. Es ist nicht mehr möglich und auch nicht sinnvoll, die Strassen laufend auszubauen. Denn das Prinzip ist hinlänglich bekannt: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.“ Bereits heute nimmt die Verkehrsinfrastruktur schweizweit ca 1/3 der gesamten Siedlungsfläche ein. 90 Prozent dieser Fläche werden vom Strassenverkehr belegt, wovon der Grossteil zu Lasten des Automobils geht. Das sind auch Hitzeinseln, die in städtischen Gebieten mit der Klimaerwärmung zur Belastung werden. Mit der Stadtklima-Initiative Chur, forderte ich als Mitinitiantin darum mehr Platz für attraktive Fuss- und Velowege sowie Gründflächen. Denn mit attraktiven Angeboten werden kurze und mittlere Wege vermehrt zu Fuss und mit dem Velo zurückgelegt.
Den Verkehr dekarbonisieren
Der Verkehr ist zudem ein Hauptverursacher von Treibhausgasen. In Graubünden gehen 27 % des kantonalen CO2-Ausstosses auf des Konto des Verkehrs. Weil das Auto auch in Zukunft nicht von den Strassen verschwinden wird, ist der Umstieg auf Elektroautos wichtig. Dafür müssen die Ladeinfrastrukturen im öffentlichen Raum, bei den Betrieben und in Mehrfamilienhäusern gefördert werden. Mit dem Klima- und Innovationsgesetz wurde diese Förderung neu eingeführt.